Seelsorgeeinheit Todtmoos Bernau
Todtmoos
 

PFARRKIRCHE ST. JOHANN

Der Ort Bernau hat seinen Ursprung in einem Bruderhof des Klosters St. Blasien. Dieser war im hintersten Teil des Bernauer Tales gelegen, in dem Ortsteil, der auch heute noch den Namen „Hof“ trägt.
Dort wurde im Jahre 1157 die erste Kapelle zu Ehren des heiligen Johannes d. T. geweiht.

Gegen Ende des 17. Jahrhunderts und besonders im beginnenden 18. Jahrhundert nahm die Zahl der Bewohner, besonders im Außertal, sehr zu, so dass der Bau eines größeren Gotteshauses dringend notwendig wurde. Hof lag für die ganze Gemeinde sehr ungünstig, so wurde im ‚Herzen’ des Tales, im Innerlehen, vom St. Blasier Abt Franz II. am 5. Mai 1737 der Grundstein zu einer größeren und für die Bewohner bequemer gelegenen Kirche gelegt. Am 2. Dezember 1738 wurde sie von Weihbischof Franz Anton von und zu Sirgenstein ebenfalls zu Ehren des hl. Johannes des Täufers (Patrozinium am 24.6.) geweiht.

Im Sommer 1800 wurde die Kirche um die hinteren zwei Fenster verlängert und ist 35,5 Meter lang, 10,50 Meter breit und 7 Meter hoch. Für das Pfarrhaus, erbaut 1742, stellte die Gemeinde das Holz, das Kloster das Geld. Nach Aufhebung des Klosters 1806 wurde im Jahr 1809 ein ehemaliger Pater des Klosters St. Blasien — Ludwig Schumacher — der erste Pfarrer von Bernau.

Im November 1901 ließ Pfarrer Adolf Wasmer die Kirche restaurieren und ein Jahr später den Hochaltar erstellen. Der Altar wurde von A. Allert aus Schwenningen stilmäßig als ‚Historismus’ geschaffen. Ihn zieren die Statuen der Jugendpatrone ‚Agnes’ und ‚Aloysius’. 1903 wurden die Kreuzwegstationen eingeweiht.
Im Juni 1912 wurden die beiden Hans-Thoma-Bilder - ‚Maria über dem Bernauer Tal thronend’ und ‚Christus und Johannes der Täufer’- in Anwesenheit des Künstlers geweiht. Es war der letzte Aufenthalt von Hans Thoma in seinem Heimattal.

1932 ließ Pfarrer Karl Schweizer von Kunst- und Kirchenmaler Johann Rieder aus Kirchzarten das Deckengemälde anfertigen und von Bernauer Schnitzern die Kirchenbänke schnitzen.

Am 25. März 1942 läuteten zum letzten Mal die Glocken, bevor sie zu Kriegszwecken abgeholt wurden.
Vier neue Glocken wurden am 16. September 1950 feierlich ins Tal gebracht, hergestellt in der Glockengießerei Rinker aus Sinn (Dillkreis). Inschriften: 1. Glocke hl. Johannes der Täufer, 2. Glocke Ave Maria, 3. Glocke St. Josef und 4. Glocke Schutzengelglocke.

1973/1974 erfolgte eine grundlegende Innenrenovation des Kirchenschiffes. Das Deckengemälde wurde überstrichen, Altar und Kanzel abgebaut, die Kreuzwegstationen abgehängt. Bei einer erneuten Renovation und auf Betreiben des Kirchengemeinderates wurde das Deckengemälde im Jahr 1998 freigelegt, allerdings nur noch in Fragmenten und 2000 durch Kirchenrestaurator Alfred Panowsky aus Gernsbach wieder hergestellt als “ Erhaltung eines architektonisch gemalten Bauteiles”, wie er es bezeichnete. Das Bild zeigt die Auffahrt von Christus in den Himmel. Er schwebt in weißem Gewand mit Heiligenschein auf einer Wolke, ein Herz in der Hand haltend, darunter eine Schrift “Erbarme dich unser heiliges Herz Jesu” Auch der Altar ist wieder in die Kirche zurückgekehrt. In Teile zerlegt lagerten die Altarteile im Ökonomieteil eines Bauernhofes, leider auch nicht mehr vollständig. Restaurator Panowsky restaurierte den Altar vorbildlich und so konnte er an Maria Lichtmess im Februar 2003 von Domkapitular Hermann Ritter in einem festlichen Gottesdienst eingeweiht werden.

Anstelle der Kreuzweg-Stationsbilder zieren die Kirche von jungen Bernauer Bildhauermeistern geschnitzte Kreuzwegstationen.
Dass die Bernauer Kirche eine Tochter der Mutterkirche des hl. Blasius ist, zeigt das St. Blasianische Wappen am höchsten Teil des Chorbogens.
1977 wurde das Pfarrheim als Anbau am Pfarrhaus gebaut.
1986 wurde der Kirchturm erneuert, auch die Uhr.
1988 erfolgte der Anbau der Sakristei.
Der Friedhof befand sich bis1859 auf dem Gelände um die Kirche, dann wurde er zur jetzigen Stelle verlegt.